Jörg Widmann gehört zu den aufregendsten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Solistische Auftritte führen ihn in dieser Saison zu Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, Bamberger Symphonikern, dem Tonhalle Orchester Zürich, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem National Symphony Orchestra Taiwan. Zu Beginn der Spielzeit wird Antoine Tamestit mit dem Orchestre de Paris unter Paavo Järvi Widmanns neues Bratschenkonzert in der neuen Philharmonie in Paris zur Uraufführung bringen, unter Daniel Harding wird das Werk mit dem Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks seine jeweiligen Erstaufführungen erfahren. Unter Michael Tilson Thomas wird Yefim Bronfman mit dem San Francisco Symphony Orchestra die amerikanische Erstaufführung des Klavierkonzertes Trauermarsch spielen.

Als „Composer in Residence“ wird Widmann für ein weiteres Jahr seine enge Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern fortsetzen. Zudem wird er als Inhaber des „Creative Chair“ beim Tonhalle Orchester Zürich in wechselnder Funktion, als Komponist, Solist, Kammermusiker und Dirigent vertreten sein. In diesem Rahmen wird er mit Tabea Zimmermann und Dénes Varjon sein neues Trio für Viola, Klarinette und Klavier uraufführen. Als Kammermusiker kehrt Widmann zurück in die Wigmore Hall London, zum Beethovenfest Bonn, Mozartfest Würzburg, Louvre Paris, Philharmonie Essen, Schubertiade Hohenems und Toppan Hall Tokyo. Künstler wie Sir András Schiff, Daniel Barenboim, Elisabeth Leonskaja, Mitsuko Uchida, das Hagen und das Arcanto Quartett gehören zu seinen regelmäßgen Kammermusikpartnern.

Seine Tätigkeiten als Dirigent erweitert Jörg Widmann stetig. So wird er in diesem Jahr unter anderem mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Tonhalle Orchester Zürich, SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Stuttgarter Kammerorchester, Budapest Festival Orchestra sowie dem Irish Chamber Orchestra, dessen erster Gastdirigent er ist, zu erleben sein.

Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York ist der Klarinettist Jörg Widmann regelmäßig zu Gast bei bedeutenden internationalen Orchestern, wie dem Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre National de France, National Symphony Orchestra Washington, Orchestre symphonique de Montréal und Toronto Symophony Orchestra und konzertiert mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Valery Gergiev, Kent Nagano, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnanyi.

Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage wird er das neue Klarinettenkonzert von Mark Andre zur Uraufführung bringen. Mehrere Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihm uraufgeführt worden, unter anderem etwa die Musik für Klarinette und Orchester von Wolfgang Rihm (1999) und Cantus von Aribert Reimann (2006).

Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem renommierten, nur alle zwei Jahre verliehenen Stoeger Prize der New Yorker Chamber Music Society of Lincoln Center (2009). 2001 erhielt Jörg Widmann den Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein, 2004 den Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin, 2006 erhielt er den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie den Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.

2009 wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Pariser Opéra Bastille das Musiktheater Am Anfang von Anselm Kiefer und Jörg Widmann uraufgeführt. Widmann agierte hier als Komponist, Klarinettist und gab sein Debut als Dirigent.

So unterschiedliche Dirigenten wie Pierre Boulez, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Andris Nelsons und Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener und die Berliner Philharmoniker, das New York Philharmonic, Orchestre de Paris und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire. Mit dem Cleveland Orchestra und dessen Chefdirigenten Franz Welser-Möst verbindet ihn seit seiner Tätigkeit als Daniel R. Lewis Young Composer Fellow eine besondere künstlerische Zusammenarbeit. 2011 wurde sein Flötenkonzert Flûte en suite von Joshua Smith und dem Cleveland Orchestra unter der Leitung von Franz Welser-Möst uraufgeführt, das in der Saison 2012/13 mit Emmanuel Pahud und den Berliner Philharmonikern seine europäische Erstaufführung erlebte. 2014 war Flûte en suite das zentrale Werk auf der Europatournee des Cleveland Orchestra, in der Berliner Philharmonie widmete das Orchester seiner Musik einen ganzen Konzertabend. Unter der Leitung von Kent Nagano und unter Mitwirkung namhafter Sänger eröffnete die Uraufführung seiner Oper „Babylon“ die Spielzeit 2012/13 an der Bayerischen Staatsoper München. Die Alte Oper Frankfurt widmete ihm in derselben Saison ihr Komponistenportrait „Auftakt“.

Jörg Widmann war Residenzkünstler zahlreicher Orchester und Festivals wie Lucerne Festival und dem internationalen Musikfestival Heidelberger Frühling. Das Konzerthaus Wien, die Alte Oper Frankfurt und die Kölner Philharmonie widmeten Widmann in den vergangenen Jahren Komponistenportraits – in der Carnegie Hall New York stand seine Musik unter dem Motte „Making Music: Jörg Widmann“ für eine Spielzeit im Fokus.

Widmann ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007), der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016).